Digitale Demokratie
Freitagabend bei Freunden – die Gulaschsuppe scharf und großartig! Und der Themenbogen spannt sich ganz mühelos von A über Q, R,S nach Z – in diesem Fall  von Afrika und Sheabutter zu Nachhaltigkeit, Esskultur, Sarah Wiener, Yoga, Lifestyle, Medien, Blogs, Social Media, Facebook usw. ….  Und zum Dessert gab’s Rotwein und Schoki – perfekt!
Ich, ein Abkömmling der Generation Social Media (ohne ein Digital Native zu sein… wer hat denn bitte diesen Begriff erfunden?)  finde es überraschend, wie viele Vorbehalte es tatsächlich immer noch bei meinen Generationsgenossen gibt. Klar, man sollte sich im Netz vielleicht nicht unbedingt nackig machen, und wer es dennoch tut, nun ja… Aber ein bewusster Umgang mit jeglichen Informationen und deren Weitergabe ist ja keine wirklich umwälzende Neuigkeit mehr.
Dennoch hegen viele eine mir unerklärliche Art von Social Media Phobie. In den Argumenten weht manchmal ein Hauch Verschwörungstheorie mit, aber der Feind kann eigentlich nicht identifiziert werden. Es ist mehr so eine grundsätzliche Antihaltung, ein imaginärer Flickenteppich aus Vorurteilen, übernommenen Argumenten und verschwommenen Machtvorstellungen über die Möglichkeiten und Reichweite großer Unternehmen und darüber wie diese Social Media nutzen könnten um uns an den Haken zu nehmen und an der langen Leine an der Nase herumzuführen. Aber stimmt das denn wirklich?
Nach meiner Erfahrung ist es eher umgekehrt. Wo früher bei dem Wochenblatt unserer Wahl im besten Fall unser Leserbrief veröffentlicht wurde, können wir uns jetzt direkt und ohne Umweg bei Zeit.de oder Spiegel-Online in das Gespräch einmischen und auf das Gelesene reagieren. Und das Gute, die User nehmen echt kein Blatt vor den Mund, das meine ich im positiven Sinn. Aber wer das Sprachrohr mit einer verbalen Mülldeponie verwechselt, der wird höflich darauf aufmerksam gemacht und dessen Beitrag gelöscht. Fair Speach muss es eben geben, ganz egal wo.
Ein anderes tolles Beispiel ist die Bedeutung von Social Media in Ländern wie dem Iran, wo die Versorgung mit unzensierten Informationen und die freie Meinungsäußerung häufig mit Lebensgefahr einhergehen. Twitter wird in einem derartigen Zusammenhang zu einem essentiellen Kommunikationsinstrument und bekommt eine opulente Bedeutung, die fernab jeglicher Unterhaltungsflut liegt. Im Sommer 2009, zur Zeit der Wahlen im Iran, wurden sogar Wartungsarbeiten auf Twitter verschoben, da die Nutzung für Iran während dieser Zeit so wichtig war. Haben wir es etwa endlich geschafft, eine digitale Demokratie zu errichten?
Twitter Pic
Freitagabend bei Freunden – die Gulaschsuppe scharf und großartig! Und der Themenbogen spannt sich ganz mühelos von A über Q, R,S nach Z – in diesem Fall  von Afrika und Sheabutter zu Nachhaltigkeit, Esskultur, Sarah Wiener, Yoga, Lifestyle, Medien, Blogs, Social Media, Facebook usw. ….  Und zum Dessert gab’s Rotwein und Schoki – perfekt!
Ich, ein Abkömmling der Generation Social Media (ohne ein Digital Native zu sein… wer hat denn bitte diesen Begriff erfunden?)  finde es überraschend, wie viele Vorbehalte es tatsächlich immer noch bei meinen Generationsgenossen gibt. Klar, man sollte sich im Netz vielleicht nicht unbedingt nackig machen, und wer es dennoch tut, nun ja… Aber ein bewusster Umgang mit jeglichen Informationen und deren Weitergabe ist ja keine wirklich umwälzende Neuigkeit mehr.
Dennoch hegen viele eine mir unerklärliche Art von Social Media Phobie. In den Argumenten weht manchmal ein Hauch Verschwörungstheorie mit, aber der Feind kann eigentlich nicht identifiziert werden. Es ist mehr so eine grundsätzliche Antihaltung, ein imaginärer Flickenteppich aus Vorurteilen, übernommenen Argumenten und verschwommenen Machtvorstellungen über die Möglichkeiten und Reichweite großer Unternehmen und darüber wie diese Social Media nutzen könnten um uns an den Haken zu nehmen und an der langen Leine an der Nase herumzuführen. Aber stimmt das denn wirklich?
Nach meiner Erfahrung ist es eher umgekehrt. Wo früher bei dem Wochenblatt unserer Wahl im besten Fall unser Leserbrief veröffentlicht wurde, können wir uns jetzt direkt und ohne Umweg bei Zeit.de oder Spiegel-Online in das Gespräch einmischen und auf das Gelesene reagieren. Und das Gute, die User nehmen echt kein Blatt vor den Mund, das meine ich im positiven Sinn. Aber wer das Sprachrohr mit einer verbalen Mülldeponie verwechselt, der wird höflich darauf aufmerksam gemacht und dessen Beitrag gelöscht. Fair Speach muss es eben geben, ganz egal wo.
Ein anderes tolles Beispiel ist die Bedeutung von Social Media in Ländern wie dem Iran, wo die Versorgung mit unzensierten Informationen und die freie Meinungsäußerung häufig mit Lebensgefahr einhergehen. Twitter wird in einem derartigen Zusammenhang zu einem essentiellen Kommunikationsinstrument und bekommt eine opulente Bedeutung, die fernab jeglicher Unterhaltungsflut liegt. Im Sommer 2009, zur Zeit der Wahlen im Iran, wurden sogar Wartungsarbeiten auf Twitter verschoben, da die Nutzung für Iran während dieser Zeit so wichtig war. Haben wir es etwa endlich geschafft, eine digitale Demokratie zu errichten?
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