Mein erster MedienMittwoch – und ich muss sagen, es war ein schöner Abend. Es war auch schönes Wetter. Schön ist in diesem Zusammenhang kein Synonym für nett, aber auch nicht für überwältigend. Beginnen wir doch einfach mal mit den positiven Aspekten. Ich muss ehrlich sagen, dass mich der große Ansturm der Social-Media-Interessierten positiv überrascht hat. Thema des Abends und der heutigen Podiumsdiskussion war: „ Du kommst hier net rein! Die Spielregeln der Social Networks.” Glücklich über meinen Sitzplatz konnte ich entspannt zur Kenntnis nehmen, wie viele der Kolleginnen und Kollegen ohne zu murren einen Stehplatz in Kauf nahmen. Dank zaplive.tv konnten die Zuschauer jedoch auch bequem und live von zu Hause aus das Geschehen mitverfolgen. Gleichzeitig wurde fleißig getwittert und kommentiert – wir haben es mit Vergnügen zur Kenntnis genommen. Alles in allem war die Resonanz wirklich groß, was mich wieder einmal in meiner Überzeugung bestätigt: Social Media ist ein brandaktuelles Thema mit vielen noch unentdeckten Möglichkeiten. Die deutschen Unternehmen sollten sich das zu Herzen nehmen.
Jetzt aber endlich zum Wesentlichen, dem Podiumsgespräch. Zu Gast waren Olaf Kolbrück, Redakteur und Blogger bei HORIZONT, Kuzey Alexander Esener, Leiter der Wirtschafts- und Unternehmenspresse bei Vodafone D2, Kai Hattendorf, Unternehmenskommunikation Messe Frankfurt, Prof. Dr. Ralf Schengber, Community Experte bei Dr. Schengber & Friends und Dr. Holger Schmidt, Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Diskussion drehte sich zunächst im Wesentlichen um die Tatsache, wie Unternehmen langsam aber stetig beginnen sich mit den verschiedenen Social Media Tools und Kanälen vertraut zu machen und diese in ihr Marketing mit einzubinden.
Es stimmt, wir waren noch nie näher am Kunden, als heute. Das Internet bietet unglaublich viele Möglichkeiten dem Kunden zuzuhören und mit ihm zu sprechen. Nur lassen sich immer noch zu viele Brands von der unbestimmten Angst vor negativem Feedback zurückhalten. Vodafone dient den Zweiflern seit jüngster Zeit als Vorzeigebeispiel dafür, wie schnell der Schuss nach hinten losgehen kann. Ich kann nur sagen, nehmt euch ein Beispiel daran und lernt eure Lektion. Viel wichtiger ist jedoch meiner Meinung nach die Erkenntnis der Tatsache, dass eine vollständige Kontrolle im Social Media Bereich unmöglich ist. Und das ist auch nicht schlimm, denn das ist ja das Prinzip, auf dem alles basiert. Es geht um Echtheit und, ja, auch wenn das Wort mittlerweile fast den Status eines Schimpfwortes innehat – Authentizität. Diese Eigenschaften sind es, die auch im realen Leben eine gute Diskussion auszeichnen. Und sie sind es auch, die einem Unternehmen bei der Lösung eines Problems im öffentlichen Online Bereich helfen werden. Kein Unternehmen, das seinen Kunden ehrlich gegenübertritt, wird damit auf die Schnauze fallen. Denn Ehrlichkeit wird von der Community geschätzt und belohnt. Wir brauchen keine Unternehmen mehr, die sich nicht hinter ihre Glanzfassade schauen lassen. Das glaubt doch sowieso niemand mehr. Also raus aus der stillen Ecke und Gesicht zeigen. Wer das begriffen hat, hat die besten Vorraussetzungen eine lebendige Community ins Leben zu rufen. Das ist nämlich der Kern der ganzen Geschichte. Und für mich auch die Kernaussage des Abends – danke.
Ein bisschen weniger euphorisch war die langatmige und wiederholte Erwähnung von Twitter. Ja, wir kennen und nutzen Twitter und nein, es ist nicht das einzige Social Media Tool im großen weiten Online-Universum. Heute Abend hätte man allerdings fast diesen Eindruck bekommen können.

















Natalie Hoffmann sagt,
October 5, 2009 @ 10:53
Lesenswerter Kommentar zum Beitrag! http://www.menschliche-zuege.de/was-machen-eigentlich-die-anderen/2009/09/15/