Megaphon orange

Liebe Unternehmen Deutschlands, wir haben eine gute Nachricht für euch. Blogs sind nicht gefährlich. Blogs sind nicht teuer. Und Blogs sind auch nicht nutzlos. Wollt Ihr wissen, warum? Ok, ich erkläre es euch kurz….

Der Begriff Corporate Blog ist hier in Deutschland seit dem erfolgreichen Start des Daimler Blogs in der Rangliste der „Who-knows-what-…-means-Begriffe“ um einiges geklettert. Es ist doch auch ganz simpel: Corporate Blog ist die Bezeichnung für den Blog eines Unternehmens. Während es in Deutschland als Kommunikationsinstrument noch relativ zaghaft genutzt wird, sind die Amerikaner uns weit voraus. Ein schönes Beispiel ist da etwa der Marriott Blog. Getreu dem Motto „on the move“ berichtet der CEO Bill Marriott höchstpersönlich in kurzen regelmäßigen Abständen, was es Neues in der Welt der Nobelhotelkette gibt. Das Modelabel Benetton macht es anders. Es lässt verschiedene Autoren bloggen, die nicht zu den Mitarbeitern des Unternehmens gehören, und lässt sie über Themen sprechen, welche die Firmenphilosophie des Unternehmens positiv unterstreichen. Einen klassischen Mitarbeiter-Blog betreibt zum Beispiel der Software Riese IBM. Seit 2009 sind auch die deutschen IBM’ler am Start. Was alle diese Corporate Blogs gemeinsam haben ist die Erkenntnis, dass ein Blog ein effektives und effizientes Sprachrohr von Unternehmen zu Konsument ist. Und sie haben einige Dinge begriffen:

  • Kritische Stimmen werden immer laut – nur eben an anderer Stelle. Wenn ich ein Unternehmen wäre, würde ich mir die wütenden Stimmen lieber in die eigene Arena holen. Da weiß ich wenigstens, was los ist und kann schnell reagieren. Außerdem können mir meine Befürworter kräftige Unterstützung leisten, die ohnehin viel glaubwürdiger ist, als die Beteuerungen des Unternehmens.
  • Es fördert die Transparenz im Unternehmen. Man lernt sich besser kennen und kann gleichzeitig der Außenwelt ein Gesicht zeigen. Das ist viel persönlicher und vertrauenserweckender als jede Werbung.
  • Die Online-Reputation und Google-Relevanz kann gesteigert werden.
  • Einsichten werden gewonnen und ermöglicht. Die begeisterten Blog-Leser werden fleißig die Beiträge kommentieren. Wer braucht denn dann noch Marktforschung?

Aber Vorsicht ist geboten! Ein Blog ist das, was man daraus macht. Ich bin davon überzeugt, dass man einen offenen und ehrlichen Dialog mit den Lesern führen muss. Sonst sollte man es gleich lassen. Die Leser spüren, ob man nur blutleere Sätze zum Besten gibt, oder ob die Beiträge von Herzen kommen.

Also liebe Unternehmen Deutschlands, macht euch an die Arbeit! Nehmt euch ein Beispiel an Daimler, IBM, CeBit und Bosch. Die haben nämlich verstanden, worauf es ankommt.

Es lohnt sich! Und es macht auch noch Spaß!

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